Belegarztverband für MKG-Chirurgie

Belegarztverband für MKG

Reglement SBV-MKG


Entwurf des Vorstands zur Genehmigung an der Mitgliederversammlung 1. Grundlage Gestützt auf die Statuten der SGMKG wird im Sinne einer Kommission ein Schweizerischer Belegarztverband für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie SBV-MKG eingesetzt. Dessen Aktivitäten bestimmen sich nach dem vorliegenden Reglement. 2. Zweck und Aufgaben des SBV-MKG 1 Der SBV-MKG bezweckt eine Interessenvertretung der Belegärzte und honorarberechtigten Spitalärzte der Schweizerischen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie SGMKG in der ganzen Schweiz. 2 Er koordiniert seine Tätigkeit mit:

  • der SGMKG
  • den kantonalen MKG-Vereinigungen
  • den kantonalen Belegarztvereinigungen
  • der Schweizerischen Belegarztvereinigung SBV
  • den kantonalen Ärztegesellschaften
  • den Ärztekollegien der Spitäler
  • u.a.
3 Der SBV-MKGkann insbesondere folgende Aufgaben wahrnehmen:
  • Schaffen angemessener Rahmenbedingungen für die optimale Ausübung der MKG-Tätigkeit in der freien Praxis und im Spital
  • Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder in Tariffragen
  • Vertretung ihrer Mitglieder gegen aussen und insbesondere gegenüber:
– Krankenversicherern – Spitälern – Kantonalen Behörden – Ärztekollegien von Spitälern – anderen ärztlichen Fachgesellschaften – FMH und SSO – weiteren Organisationen im Gesundheitswesen
  • Information ihrer Mitglieder über aktuelle und grundsätzliche berufs- und gesund-heitspolitische Fragen
  • Sensibilisierung der Politik, der Medien und der Öffentlichkeit hierfür
3. Adressaten der SBV-MKG-Dienstleistungen 1 Der SBV-MKGkann in erster Linie von den SBV-MKG-Mitgliedern für die in Art. 2 genannten Dienstleistungen beansprucht werden. Er kann im Mandat belegärztliche Interessen vertreten an Verhandlungen mit:
  • Tarifpartnern
  • Spitälern
  • Versicherern
  • Vertretern im Gesundheitswesen
2 Der SBV-MKG kann auch von anderen interessierten Akteuren im Gesundheitswesen angerufen werden, so etwa von:
  • anderen fachärztlichen Gesellschaften sowie FMH, SSO, SBV, FMCH u.ä.
  • Versicherern, Patientenorganisationen, Gerichten, Sozialinstitutionen
  • Vertrauensärzten und Vertrauenszahnärzten
  • für Gutachten
  • für vertrauensärztliche Dienste
3 Die Anfragen müssen belegärztliche Aspekte aus dem Fachbereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie betreffen. Der SBV-MKG-Vorstand entscheidet selbständig, ob dies im Einzelfall zutrifft. 4 Für Nichtmitglieder SBV-MKG, Organisationen und dergleichen besteht kein Anspruch auf Auskunft. 5 Für ihre Dienstleistungen kann der SBV-MKG Kosten erheben, ausser gegenüber SBV-MKG-Mitgliedern. 4. Mitgliedschaft 1 Als Mitglieder können ordentliche SGMKG-Mitglieder aufgenommen werden, die als Belegarzt oder als honorarberechtigte Spitalärzte tätig sind. 2 Aufnahme oder Austritt der Mitglieder erfolgt durch den Vorstand auf Grund eines schriftlichen Gesuchs. 5. Organe 1 Organe des Verbands sind:
  • die Mitgliederversammlung
  • der Vorstand
6. Mitgliederversammlung 1 Einberufung Die Mitgliederversammlung wird durch den Vorstand einberufen, so oft es die Geschäfte erfordern oder auf Verlangen von 1/5 der Mitglieder. Die Einladung mit Traktandenliste ist mindestens vier Wochen vor dem Termin den Mitgliedern zuzustellen. 2 Befugnisse Die Mitgliederversammlung ist das ordentliche Vereinsorgan. Ihre ausschliesslichen Befugnisse sind:
  • Wahl des Präsidenten und der Vorstandsmitglieder
  • Abnahme des Jahresberichts des Präsidenten
  • Beschlussfassung zu allen Geschäften, die ihr vom Vorstand vorgelegt wurden
  • Beschluss über Reglementsrevisionen mit 2/3-Mehrheit der Stimmenden
3 Beschlussfähigkeit: Die Mitgliederversammlung ist ohne Rücksicht auf die Anzahl teilnehmender Mitglieder beschlussfähig. 4 Beschlussfassung Beschlüsse werden mit der einfachen Mehrheit der Stimmen gefasst. 7. Vorstand 1 Bestellung und Zusammensetzung Der Vorstand besteht aus dem Präsidenten, dem Vize-Präsidenten, dem Sekretär und Beisitzern. Mit Ausnahme des Präsidenten und Vize-Präsidenten konstituiert sich der Vorstand selbst. 2 Wahl und Amtsdauer Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung für eine Amtsdauer von zwei Jahren gewählt. Wiederwahl ist möglich. 3 Beschlussfähigkeit Der Vorstand ist beschlussfähig bei Anwesenheit des Präsidenten oder Vize-Präsidenten oder des Sekretärs sowie der Hälfte der übrigen Vorstandsmitglieder. 4 Aufgaben:
  • Den Verband gegenüber Dritten zu vertreten
  • Die von der Mitgliederversammlung gefassten Beschlüsse zu vollziehen
  • Die Geschäfte der Mitgliederversammlung vorzubereiten, sie einzuberufen und ihr über seine Tätigkeit Bericht zu erstatten
  • Alles vorzukehren, was im Interesse des Verbands liegt
  • Bei Bedarf besondere Kommissionen oder Arbeitsgruppen einzusetzen und gegebenenfalls Experten beizuziehen
  • Die Information der Mitglieder sicherzustellen
8. Auflösung 1 Die Auflösung des Verbands kann durch die Mitgliederversammlung mit 3/4-Mehrheit der Stimmenden beschlossen werden. 9. Reglementsrevision 1 Eine Änderung dieses Reglements kann in einer Mitgliederversammlung mit 2/3-Mehrheit der Stimmenden beschlossen werden. 10. In Kraft treten Dieses Reglement wurde an der Mitgliederversammlung vom … angenommen. Olten, den . . . .




Vertrags- und Tarifverhandlungen im Zusatzversicherungsbereich


Bei Vertrags- und Tarifverhandlungen im Zusatzversicherungsbereich wird von Versichererseite stereotyp argumentiert, im Grunde genommen sei die ganze Behandlung bereits im KVG enthalten und abgebildet. Jeder Patient, ob KVG grundversichert oder VVG zusatzversichert, werde genau gleich behandelt. Bei einem Tarif im Zusatzversicherungsbereich gehe es demnach höchstens noch um die Abgeltung von Extras wie etwa einer zusätzlichen Visite oder von Luxusbehandlungen gemäss Typ „Glatzenbehandlung“. Wobei dann im konkreten Einzelfall doch immer wieder die Voraussetzung vorgebracht und ausbedungen wird, dass Leistungen aus der Zusatzversicherung nur für Bereiche ausgezahlt würden, die vom KVG abgedeckt seien. Für die Beanspruchung der Zusatzversicherung muss also sozusagen die Übernahme durch die Grundversicherung nachgewiesen werden. Was die Krankenkasse aus der Grundversicherung nicht übernehme, sei auch von der Zusatzversicherung nicht gedeckt. Was darauf hinweist, dass die Fehleinschätzung der Versicherer hinsichtlich fehlender Unterschiede bei der Behandlung offensichtlich auf die fehlende Differenzierung zwischen Zusatz- und Grundversicherung zurückzuführen ist. Bei einem Tarif im Zusatzversicherungsbereich könne es somit nur um die Abgeltung von Extras in Form einer Mehrleistung gehen, die exakt definiert und berechnet werden könne. Ein Zusatzhonorar sei nur gerechtfertigt, wo eine Mehrleistung nachweisbar sei. Solchen Argumenten muss bei Vertrags- und Tarifverhandlungen im Zusatz-versicherungsbereich energisch widersprochen werden. Am besten mit Hilfe einer zusammenfassenden Auflistung von Beispielen (siehe Beilage). Darin werden die diametral unterschiedlichen Anforderungen an einen Belegarzt zwischen Zusatzversicherungsbereich gegenüber der Grundversicherung dokumentiert. Daraus geht hervor, dass der Belegarzt wie der honorarberechtigte Spitalarzt im KVG-Bereich als Team-Mitarbeiter eingestuft sind und als solche auf Grund der beschränkten Verantwortung lediglich Anrecht haben auf die entsprechende Entlöhnung dieser Funktion aus dem DRG. Ausserhalb dieser Zuteilung im Team sind sowohl Verantwortung wie Lohn sistiert. Wer nicht Dienst hat, kann am Wochenende auf eine Skitour oder irgendwohin verreisen. Die ganze Verantwortung und die Absicherung dafür durch eine Haftpflichtversicherung obliegen dem Spital. Alles ist abgegolten durch die DRG-Pauschale. Darin ist der Arztanteil nicht einmal aufgeführt. Demgegenüber gelten im Zusatzversicherungsbereich vom Bundesgericht anerkannte Honoraransätze für die freie Arztwahl. Ohne Vertragsabschluss mit einer Versicherung wird gemäss Vorgaben der Wettbewerbskommission von sogenannten VVG-Honorar-empfehlungen gesprochen. Mit Vertragsabschluss mit Versicherungen, deren Verhandlung meist vom Spital geführt, dann jedoch von jedem einzelnen Belegarzt unterschrieben werden müssen und zwischen Belegarzt und einem Versicherer Gültigkeit haben, wird von einem eigentlichen VVG-Tarif gesprochen. Unter diesen Voraussetzungen wird ein Tarif von der Wettbewerbskommission nicht als wettbewerbswidrige Absprache bestraft. Dieser VVG-Honorartarif entspricht einem Einzelleistungstarif und ist demnach konsequenterweise völlig unabhängig vom KVG und vom DRG. Er entspricht nicht einem zu definierenden und abzugeltenden Mehrwert vom KVG. Der KVG-Anteil als Abgeltung für ein mit Löhnen abgegoltenes Operationsteam wird vom VVG-Honorar in Abzug gebracht. Das VVG-Honorar widerspiegelt die „alles aus einer Hand Behandlung“ mit permanenter Verantwortung während 24 Stunden pro Tag an 7 Tagen der Woche, inklusive Organisation eines fachärztlichen Stellvertreters und der Garantie der Haftpflicht. Sowohl VVG-Honorarempfehlungen wie auch per Vertrag mit einem Versicherer ausgehandelte VVG-Tarife bilden betriebswirtschaftlich korrekt die KMU-Leistung des Belegarztes ab, stammen also aus einem Einzelleistungstarif mit einer vergleichenden Einstufung von ärztlichen Leistungen. Sie beinhalten weder eine pauschale Abgeltung pro Tag oder Spitalaufenthalt in Form einer Tages- bzw. Aufenthaltspauschale noch entsprechen sie einem mit einem Faktor definierten Mehrfachen des Arztanteils einer Fallpauschale. Die ja ihrerseits keinen Arztanteil ausweist, so dass auch dort der Arztanteil mit einem nach Arzttarif skalierten Pauschalanteil definiert werden muss, einem sogenannten OKP-Arzttarif. Die Abrechnung erfolgt im Tiers garant, d.h. Honorarschuldner bleibt immer der Patient, unabhängig von der Art der Rechnungsstellung. Also unabhängig davon, ob die Abrechnung via Spital als Abrechnungsstelle direkt an den Versicherer erfolgt und der Belegarzt die Differenz zwischen VVG-Honorar abzüglich KVG-Anteil direkt vom Spital erhält oder ob er via Patient abrechnet, das VVG-Honorar von diesem erhält und die KVG-Äquivalenz dem Spital zurückzahlt. Das Spital ist dabei nie ein Honorarempfänger, sondern immer nur eine Abrechnungsstelle. Die unterschiedliche Behandlung zwischen KVG und VVG basiert letztendlich – vom Bundesgericht bestätigt – auf der freien Arztwahl, die ihrerseits in der Behandlung zu einer ganzen Reihe von den Belegarzt fordernden Konsequenzen und dem Zusatzversicherten zukommenden Annehmlichkeiten führt. Diese sind nachfolgend in einer Zusammenstellung aufgelistet.




Empfehlungen bei Zusatzversicherung nach VVG


Grundsätze Die vorliegenden Empfehlungen gelten für den Vertrag zwischen Arzt und VVG- zusatzversicherten Patienten, wie er in Kraft tritt, wenn sich ein zusatzversicherter Patient bei seinem Arzt der Wahl in Behandlung begibt. Dieser Vertrag zwischen Patient und Arzt geht allen Vereinbarungen vor, die zwischen Versicherern und Spital zu Lasten Dritter (Patient und Arzt) abgeschlossen werden. Diesen durch eine Behandlung automatisch zustande kommenden Vertrag zwischen Arzt und Patient gilt es auch bei einem VVG zusatzversicherten Vertragsabschluss zwischen Belegarztverband und Versicherern oder zwischen den einzelnen Belegärzten und dem Belegarztspital zu berücksichtigen. Der Belegarztverband MKG+ unterstützt das 10-Punkte-Programm der Schweizerischen Belegärzte-Vereinigung SBV+:

  • Der Belegarzt erbringt die Leistungen persönlich.
  • Der Belegarzt hat die medizinische Spezialistenausbildung abgeschlossen und bildet sich stetig weiter.
  • Der Belegarzt ist permanent verfügbar und der erleichterte Zugang zu ihm ermöglicht eine persönliche therapeutische Begleitung.
  • Der Belegarzt misst den Wünschen des Patienten hinsichtlich des Ablaufs der Behandlung grosse Bedeutung bei.
  • Der Belegarzt setzt die diagnostischen Untersuchungen und therapeutischen Massnahmen ohne Zeitverzug in Gang.
  • Der Belegarzt setzt sich in Absprache mit der Klinik dafür ein, für Patienten in der Privat/Halbprivat-Abteilung jegliche Warteliste zu vermeiden.
  • Der Belegarzt achtet speziell auf den Schutz der Privatsphäre des Patienten.
  • Der Belegarzt erstellt eine transparente und verständliche Honorarrechnung.
  • Wo solche bestehen, anerkennt der Belegarzt die Paritätische Kommission der Zusatzversicherungen und deren Spielregeln.
  • Ein allfälliger ärztlicher Stellvertreter oder beauftragter Belegarzt, resp. beigezogener Konsiliararzt, erfüllt die gleichen Bedingungen.
Arzthonorar in der Zusatzversicherung VVG-zusatzversicherte Patienten profitieren in erster Linie von der freien Arztwahl und deren Folgen wie beispielsweise dem raschen Zugang zum Belegarzt und der dadurch ermöglichten prioritären Behandlung im Spital. Der Belegarztverband MKG+ unterstützt für den VVG-Zusatzversicherungsbereich die Abgeltung von Einzelleistungen, im Gegensatz zu Fallpauschalen im KVG-Bereich. Dabei gelten folgende Kriterien: Es handelt sich um die Abgeltung von Einzelleistungen und somit nie um Pauschalen. Schwierigkeitsgrad der Leistung unter Berücksichtigung der üblicherweise zur Erbringung dieser Leistung notwendigen Weiter- und Fortbildungszeit. Zeitaufwand für die Erbringung der Leistung inkl. der dazu notwendigen nicht direkt am Patienten erbrachten Leistungen. Abgeltung der permanenten Verfügbarkeit und persönlichen Verantwortung bzw. der allfälligen, qualitativ gleichwertigen ärztlichen Stellvertretung. Risiko des Eingriffs Wahl- oder Notfalleingriff Freie Arztwahl Optimale Indikationsstellung für Behandlungen und Operationen, inkl. Doppel- und Mehrfacheingriffe. Optimale Wahl von Material und Medikamenten und deren Handhabung Der Belegarztverband MKG+ legt Arzthonorare in Form von VVG-Empfehlungen vor, welche die Wertigkeit der Eingriffe im Vergleich zueinander darstellt. Dabei wird nicht ein direkter Preis festgelegt, was im VVG-Zusatzversicherungsbereich auf Grund des Wettbewerbrechtes nicht zulässig wäre. Der Belegarztverband MKG+ empfiehlt seinen Mitgliedern, diese als VVG-Empfehlung erarbeitete Struktur für Arzthonorare zu nutzen. Dabei sollen die ortsüblichen Preise nicht systematisch übertroffen werden. Der Belegarztverband MKG+ unterhält eine Tarifkommission, welche die Arzthonorare unter Berücksichtigung der obigen Aussagen beurteilt. Dabei werden auch Fragen von unangemessen erscheinenden Arzthonoraren behandelt. Die Plausibilisierung zur Abschätzung der ortsüblichen Preise basiert auf dem seit 1992 unveränderten SLK-Taxpunktwert von CHF 4.95 als Ausgangslage. Für halbprivate Patienten soll das Honorar bei einem Faktor von 1,5 – 2,0 und für privat versicherte Patienten von 2,0 – 3,0 liegen. Bilaterale Verträge zwischen Belegärzten und Versicherern, die bei Kurzhospitalisation (vormals teilstationär) eine klassengerechte Abrechnung berücksichtigen und die Versicherungsklasse „Allgemein ganze Schweiz“ als VVG-Zusatzversicherung Typ Basis weiterführen, kommen in den Genuss einer tieferen Spreizung zwischen den Versicherungsklassen. Abgeltung des Belegarztes im KVG-Bereich Auf Grund des KVG haben alle Patienten grundsätzlich auch die Möglichkeit, in einem Privatspital gemäss Spitalliste behandelt zu werden. Der Belegarztverband MKG+ unterstützt dies mit dem Hinweis, dass dabei die freie Arztwahl nicht eingeschlossen ist und dass Einschränkungen beispielsweise für Doppeleingriffe, Mehrfacheingriffe, Material und Medikamente bestehen. Die Abgeltung der in der Grundversicherung erbrachten Leistungen muss kostendeckend sein. Sie soll sich nach den Ausgaben für die gleiche ärztliche Leistung im öffentlichen Spital richten, unter Berücksichtigung einer Vollkostenrechnung. Diese hat Arztlöhne und Ausgaben für die umfassende ärztliche Infrastruktur zu beinhalten. Dies Abgeltung spiegelt sich derzeit im Tarifsystem OKP (Obligatorische Krankenversicherung und Pflege) wider.Vorstand des Belegarztverbandes MKG+




Eckwerte für den Zusatzversicherungsbereich


Grundsätzliche Überlegungen Der Belegarztverband MKG+ strebt bei Verträgen mit Zusatzversicherten folgende Kriterien an: 1. Erhalt der Klasse „Allgemein ganze Schweiz“ als unterste Stufe des Zusatz-versicherungsbereichs (Privatpatient im Mehrbettzimmer). Diese unterste VVG-Klasse soll in neuen VVG-Zusatzversicherungsverträgen klar festgehalten werden. 2. Kurzhospitalisation (vormals teilstationär) soll klassengerecht abgerechnet werden können, also privat/halbprivat/Mehrbettzimmer. 3. Im Swiss DRG des KVG-Bereichs soll der Belegarzt gemäss einem vom Swiss DRG unabhängigen OKP-Honorar abgegolten werden. Bevor über die Abgeltung von VVG-privat oder –halbprivat verhandelt werden kann, müssen vorgängig die obgenannten Voraussetzungen im VVG-Zusatzversicherungsbereich „Mehrbettzimmer“, die Art der Abrechnung der Kurzhospitalisation und die Abrechnung im KVG-Bereich ausgehandelt und festgelegt werden. Vertragsloser Zustand Ausgangslage bei Versicherern, die keinen VVG-Zusatzversicherungsvertrag mit Berücksichtigung von VVG-„Mehrbettzimmer“, mit klassengerechter Kurzhospitalisation und mit OKP im Swiss DRG abschliessen wollen, gilt folgende Spreizung: Halbprivat: SLK 4.95 bzw. SSO 3.10 x Faktor 2.0 Privat: SLK 4.95 bzw. SSO 3.10 x Faktor 3.0 Mit der Empfehlung für diese Spreizung wird erreicht, dass Versicherer ohne Vertragsabschluss nicht von den gleichen Konditionen profitieren wie diejenigen mit Vertragsabschluss. Weiter ist gewährleistet, dass KVG-Grundversicherte oder VVG-„Allgemein ganze Schweiz“ ohne freie Arztwahl nicht gleich bevorzugt behandelt werden wie vertraglich definierte VVG-Zusatzversicherte „Mehrbettzimmer“. Mit VVG-Vertrag Für VVG-Zusatzversicherungsverträge mit Einschluss der Klasse VVG-Zusatzversicherung „Mehrbettzimmer“, mit klassengerechter Abrechnung der Kurzhospitalisation und mit Abgeltung eines OKP im Swiss DRG kann die Spreizung bis auf folgende Faktoren reduziert werden: VVG-Zusatzversicherte „Mehrbettzimmer“: SLK 4.95 bzw. SSO 3.10 x Faktor 1.0 Halbprivat: SLK 4.95 bzw. SSO 3.10 x Faktor 1.5 Privat: SLK 4.95 bzw. SSO 3.10 x Faktor 1.75 VVG-Zusatzversicherungstarif Als Ersatz für SLK bzw. SSO existiert ein von der Berner Belegarztvereinigung zusammen mit den Versicherern ausgehandelter und gewarteter VVG-Zusatzversicherungstarif, der vom Belegarztverband MKG+ gegen Entgelt angefordert werden könnte. Hier lauten die Empfehlungen für den Faktor bei gespreiztem Tarif halbprivat x Faktor 1.0 – 1.3 und privat Faktor 1.3 – 1.6, bei niedriger Spreizung Faktor 0.6/0.9/1.2. Mit diesen Empfehlungen ist die ganze Palette möglicher Verträge im Zusatzversicherungsbereich abgedeckt. Überall geht es im Zusatzversicherungsbereich um eine separate Abrechnung mit Einzelleistungstarif und nie und keinesfalls um einen Zuschlag zu einer KVG-Pauschale. Abstützung der Eckwerte auf Bundesgerichtsentscheid Bundesgerichtsurteil 5P.74/204/rov vom 31.08.2004 Helsana gegen Sanitätsdepartement des Kantons Basel Stadt. Daraus für uns wesentlich:

  • Die freie Arztwahl im stationären Bereich stellt damit eine ganz erhebliche Mehrleistung dar, die weit über die obligatorische Krankenversicherung hinausgeht. Ein Honorarzuschlag bei stationären Privatpatienten ist somit gerechtfertigt, zumal Privatpatienten-Tarife im stationären Bereich die Rechte und Behandlungsmöglich-keiten der allgemein versicherten Personen nicht beeinträchtigen.
  • Arzthonorare für stationäre Behandlungen werden auf der Grundlage des Spitalleistungskatalogs und eines allfälligen Zusatzkatalogs basierend auf dem durch die MTK UVG und H+ jeweils vereinbarten Taxpunktwertes verrechnet:
– Bei Honoraren für stationäre Halbprivatpatienten 100% bzw. gemäss Halbprivatvereinbarung (entsprechend Faktor 2.0) – Bei Honoraren für stationäre Privatpatienten 120% – 170% (entsprechend Faktor 2.2 – 2.7) – Bei Honoraren für ambulante Privatbehandlung 50% (entsprechend Faktor 1.5)




Das Arzthonorar im Swiss DRG


Grundsätzliche Überlegungen Das Arzthonorar wird im Swiss DRG nicht ausgewiesen. Übrigens auch in Deutschland nicht. Am öffentlichen Spital sind die Arztlöhne in Deutschland ebenfalls inklusive eingerechnet, am Belegarztspital jedoch nicht. Der deutsche Belegarzt rechnet mit einem separaten Belegarzttarif ab. Swiss DRG am öffentlichen Spital stellt für die angestellten Ärzte kein Problem dar. Ihre Löhne laufen unverändert weiter. Ganz anders bei den Belegärzten. Hier stehen verschiedene Abgeltungsmodelle zur Diskussion. 20% Arztanteil gemäss SBV Der von der Schweizerischen Belegarztvereinigung SBV propagierte Arztanteil von 20% eignet sich nur für die Ausscheidung eines Ärztepools, nicht jedoch für den Einzeleingriff: Die Swiss DRG weisen, besonders in kleineren Fachdisziplinen, noch groteske Unwuchten auf und sind deshalb für den Einzeleingriff unbrauchbar. Der Arztanteil von 20% stellt bestenfalls einen statistischen Mittelwert dar und stimmt beim Einzeleingriff nicht (Spritze vom Onkologen versus bimaxillärer Eingriff). Ein Arztanteil von 20% negiert die stark divergierenden Infrastrukturkosten der für die Eingriffe der verschiedenen Fachdisziplinen notwendigen Praxismodelle für die fachspezifische Vor- und Nachbehandlung. Eine 20%-Regel würde die bestehende unhaltbare Swiss DRG-Situation zementieren. Eine Korrektur des Swiss DRG ist nur möglich auf Grund betriebswirtschaftlich reeller Zahlen, d.h. Arztlöhnen vom öffentlichen Spital und Arzthonorare gemäss einem betriebswirtschaftlichen Arzttarif vom Belegarztspital. Einzelleistungstarif Das Hauptgewicht im Swiss DRG liegt nicht im Arztanteil, sondern im Spitalanteil: Betriebswirtschaftlich reelle Arzthonorare gemäss Einzelleistungstarif (z.B. SLK. SSO; TARMED) bergen die Gefahr, dass ärztlich aufwendige Eingriffe auf Grund des grossen Arztanteils im Vergleich zum Spitalanteil nicht mehr erwünscht sind bzw. nicht mehr erbracht werden können. Es besteht keine Gewähr, dass beim Gesamttotal an Arzthonoraren die 20%-Marge eingehalten werden kann. OKP-Tarif als Kompromiss Ein OKP-Tarif berücksichtigt das betriebswirtschaftliche Honorar für einen spezifischen Einzeleingriff, unbesehen der stärkeren Gewichtung des Spitalanteils. Ein OKP-Tarif stellt eine speziell für Swiss DRG konzipierte Fallpauschale zur Honorierung des Arztanteils dar. Der Arztanteil ist plafoniert. In den Pauschalen des Arztanteils sind die Risiken für Komplikationen und Revisionen eingerechnet. Kürzere und mittlere Eingriffe profitieren von der Plafonierung der längeren Eingriffe. Der OKP-Tarif ist im Vergleich zum Einzelleistungstarif ausgewogen, ohne im Swiss DRG anzuecken bzw. aus dem Angebot des Spitals auszuscheiden. Das Gesamttotal an Belegarzthonoraren basiert auf dem Lohnanteil der Ärzteschaft am öffentlichen Spital. Die Erfahrung aus einer ganzen Reihe von Belegarztspitälern garantiert dafür, dass die 20%-Marge für das Gesamttotal an Arzthonoraren eingehalten wird. Konkretes Angebot Ein solcher OKP-Tarif wurde von der Berner Belegarztvereinigung BBV+ in Zusammenarbeit mit dem Verband der Privatspitäler und den Versicherern erarbeitet und wird laufend weiterentwickelt und gewartet. Er ist für Belegärzte bzw. deren Spitäler im Jahresabonnement erhältlich beim Sekretär der Berner Belegarztvereinigung BBV+ unter bbvplus@annasohn-consulting.ch .




Das Arzthonorar bei UV/IV/MV


Die bisherigen Honorarverträge wurden von der MTK – mit Ausnahme des SSO-Vertrags – auf 30.06.2012 gekündigt und durch DRG ersetzt. Die Arzthonorierung im stationären Bereich soll durch Verträge zwischen Ärzten und Spitälern geregelt werden. Für die Spitäler bringt der Wechsel von der bisherigen Tagespauschale auf den vollen DRG einen Mehrumsatz von ca. 35%. Damit gilt es einerseits den Monatslohn der angestellten Ärzte oder andererseits den Akkord-Lohn, d.h. das Honorar des Belegarztes zu bezahlen. Lohn und Honorar sind auch bei UV/IV/MV nicht im DRG festgelegt und im Einzelfall vom DRG unabhängig. Im Vergleich zum DRG kann der Arztanteil niedrig oder hoch sein, im Einzelfall jedoch unabhängig vom Durchschnitt von ca. 23% Anteil Arztlöhne und zusätzlich 7% – 15% Praxiskostenabgeltung für Belegärzte. Diese Zahlen stammen aus Deutschland und resultieren aus der Differenz zwischen dem die Arztlöhne enthaltenden DRG für öffentliche Spitäler gegenüber dem die Arztlöhne nicht enthaltenden DRG für Belegarztspitäler, wo die Belegärzte ihr Honorar nach einem Einzelleistungstarif abrechnen. Diese statistischen Durchschnittswerte von 23% für den Arztanteil und 7% – 15% für die Praxiskostenabgeltung sind zu ungenau für eine Abrechnung im Einzelfall. Sie eignen sich bestenfalls für die Äufnung des Ärztepools. Im Einzelfall ist der Arztanteil, noch dazu bei mehreren Ärzten, ganz unterschiedlich, bei der PKA sowieso. Im individuellen Einzelfall ein Arzthonorar zu errechnen, hat sich als nicht praktikabel erwiesen. Deshalb wird empfohlen, keine auf einer Prozenthonorierung basierenden Verträge einzugehen. Demzufolge läuft auch bei UV/IV/MV wie der unveränderte Monatslohn am öffentlichen Spital auch die Arzthonorierung beim Belegarzt unter Besitzstandwahrung weiter, d.h. über IAP bzw. TARMED + PKA bzw. SSO-Tarif. Beglichen wird das Arzthonorar nicht mehr von UV/IV/MV, sondern vom Spital. Wieweit damit die Verantwortung für die Ergebnisqualität, beispielsweise auf Grund der Vergütung des Materials, von UV/IV/MV ans Spital übergeht, ist noch nicht geklärt. Bei Vertragsverhandlungen lässt sich spitalseitig bei Besitzstandwahrung im Monatslohn jedenfalls auch von einer Besitzstandwahrung im Honorar der Belegärzte ausgehen.




Fallzahlen als Steuerungsmittel der Politik


Die Gesundheitsdirektionen veröffentlichen gegenwärtig auf Fallzahlen abgestützte Spitallisten. Bereits die Vernehmlassungen decken die diesen Überlegungen zu Grunde liegende Ahnungslosigkeit auf. Im Fall des Kantons Bern wurde dies in der Presse zwar als „Rechnungsfehler“ in einem Einzelfall bagatellisiert. In Wirklichkeit handelte es sich jedoch um eine ganze Reihe von systematischen und schwerwiegenden Fehlinterpretationen, beispielsweise im Zusammenhang mit Überweisungen, Rehospitalisationen, Spitalstandort usw. Im Zentrum des Debakels um die Spitallistenverordung im Kanton Bern steht der Missbrauch der Fallzahlen. Bemühungen, die Wiederholung einer derartigen Fehlentwicklung zu verhindern, bedürfen deshalb einer entsprechenden Grundsatzdiskussion. Dabei handelt es sich um eine wissenschaftliche Fragestellung, die auch so untersucht und beantwortet werden muss. Fallzahlen dürfen nicht zum Spielball von Politik und Medien werden. Sinn einer Begrenzung mit Fallzahlen Fallzahlen als Zuteilungskriterien auf der Spitalliste können sinnvoll sein für teure, spitzenmedizinische Eingriffe, die schweizweit derart selten vorkommen, dass die Ressourcen dafür nicht verzettelt werden sollten und deshalb eine Begrenzung auf wenige Zentren rechtfertigen. Deplatziert sind mit Fallzahlen begründete Einschränkungen bei allen übrigen Eingriffen, die über eine lange Zeit hinweg mit viel Aufwand von der ursprünglichen Exklusivität an einem Universitätsspital zum flächendeckenden Angebot in Privat- und Regionalspitälern transferiert worden sind. Diese haben die geeignete Infrastruktur, das personelle Wissen, das Vertrauen der zuweisenden Ärzte und der Patienten aufgebaut. Eine Einschränkung auf kantonseigene Zentren desavouiert diese Entwicklung und verunmöglicht die Wahlfreiheit der Patienten. Als typische Beispiele angeführt seien die Fächer Plastische und Wiederherstellungschirurgie, Kiefer- und Gesichtschirurgie, die Thoraxchirurgie oder die Handchirurgie, die in den 70er Jahren ausschliesslich an den Universitätskliniken lokalisiert waren. Mit der Eröffnung der Handchirurgie an einer Universitätsklinik wurden sämtliche Notfälle an der Hand, die tiefer waren als die Haut, aus dem ganzen Kanton an die Universitätsklinik geschickt. Die im Laufe des Tages angestauten Notfälle wurden Nacht für Nacht abzuarbeiten versucht, bis eine erste Generation von weitergebildeten Handchirurgen sich in der Peripherie niederliess. Jetzt wäre es kontraproduktiv und widersinnig, die erreichte Entwicklung in solchen Disziplinen rückgängig machen zu wollen. Bei einer geplanten Einschränkung des Behandlungsspektrum eines Spitals auf Grund von erhobenen Fallzahlen stellt sich als erstes die Frage nach dem Sinn einer solchen Massnahme. Handelt es sich um Eingriffe, deren Häufigkeit permanent tief bleiben wird bzw. soll oder handelt es sich nicht um den Beginn einer Entwicklung, die vielmehr gefördert statt ausgebremst werden sollte? Weiter geht es um die korrekte Interpretation erhobener Fallzahlen. Jahresfallzahlen pro Region versus kumulierte Berufserfahrung Offensichtlich irreführend ist ein Vergleich von Fallzahlen an einem Einzelstandort (z.B. Privatspital) gegenüber der Summe von Fallzahlen an öffentlichen Spitälern aus einer ganzen Region. Der Grenzwert kann dann vom Statistiker einfach etwas oberhalb der Fallzahl des grössten Einzelspitals angelegt werden, z.B. bei 15%, wenn er Privatspitäler ausmerzen und öffentliche Spitäler erhalten soll. Ebenso sinnlos ist der Vergleich von Fallzahlen eines einzelnen Operateurs an einem Privatspital mit Fallzahlen einer Zentrumsklinik mit einer Verteilung auf beispielsweise 10 Operateure. Nur die kumulative Berufserfahrung eines Operateurs über alle Arten von Eingriffen seines Faches hinweg kann einen qualitätsspezifischen Wert haben: Spezialist für Einzeleingriffe versus Fachspezialist Für die Statistik erhobene Fallzahlen beruhen oft auf einer ganz speziellen Operation, speziellem Material oder einem speziellen Implantat oder Instrumentarium, womit eine bestimmte Anzahl standardisierter Eingriffe für Lehre und Forschung von Bedeutung sein mag. Hinsichtlich Kompetenz und Qualität der Patientenbehandlung kommt es jedoch weniger auf die Erfahrung mit einem solchen einzelnen Eingriff an, sondern auf die Gesamtzahl der für diese Indikation möglichen Eingriffe oder Behandlungsmethoden, nicht operative Verfahren eingeschlossen (z.B. Kreuzbandläsion). Es geht also um die ganzheitliche Organkompetenz und nicht um die Fallzahl einer einzelnen Operation (z.B. Sectio). Es zählen auch Erfahrungswerte von Eingriffen an andern Lokalisationen oder gar aus andern Fachrichtungen. Dabei geht es um Erfahrungskompetenz, die nicht auf ein einzelnes Organ eingeschränkt werden darf. Weiter zählen auch Grundkenntnisse aus andern Fachgebieten wie z.B. Plastische- und Wiederherstellungschirurgie, Mikrochirurgie, experimentelle Chirurgie usw. Dabei geht es um die operationstechnische Kompetenz. Was bedeutet die Kardiologie für die Herzchirurgie, die Neurologie für die Neurochirurgie, die Pneumologie für die Thoraxchirurgie oder die Gastroenterologie für die Viszeralchirurgie? Solche internistischen Kompetenzen stärken wiederum die Organkompetenz. Missbrauch per se droht bei Fallzahlen in den Händen der Medien oder der Politik. Je nach political correctness geht es dabei um möglichst hohe (z.B. Magenband- bzw. Bypass-Operation) oder möglichst tiefe Fallzahlen (z.B. Sectio, Hysterektomie, Arthroskopie, Tonsillektomie), je nach Zielsetzung der beabsichtigten Einflussnahme. Spitalinterne versus spitalexterne Eingriffe Problematisch ist auch die Beschränkung der erhobenen Fallzahlen auf spitalinterne Eingriffe. Beim Vergleich der Fallzahlen beispielsweise im Bereich Kieferchirurgie war der Gesundheitsdirektion im Beispiel des Kantons Bern aufgefallen, dass dentale Komplikationen und präprothetische Eingriffe in der Statistik nahezu ausschliesslich am Inselspital erfasst wurden. Flugs mutierten diese Eingriffe zur „Spitzenmedizin“ und wurden auf der Spitalliste dem Inselspital vorbehalten. Dies beruht auf einer Fehlinterpretation: Ans Inselspital überwiesene Patienten können nur spitalintern am Inselspital behandelt werden. Jeder überwiesene Patient wird demnach bei den Fallzahlen mitgezählt, der gleichwertig spitalextern und ambulant Behandelte wird jedoch in dieser Statistik gar nicht erst erfasst, obwohl medizinisch genauso kompetent betreut. Anders am Privatspital: Ans Privatspital gelangen nur ausgewählte Einzelfälle, die vom Belegarzt nicht im Operationssaal seiner Praxis behandelt werden können. Also Risikofälle oder Patienten, bei denen der Eingriff aus medizinischen Gründen in Allgemeinnarkose durchgeführt werden muss. Die Behandlung dentaler Komplikationen oder präprothetische Eingriffe gelangen somit gar nicht ans Privatspital, was die stationär ermittelte Fallzahl zu gering erscheinen lässt. Diese Beispiele zeigen auf, dass es immer um die Gesamtzahl aller Eingriffe – d.h. um Erfahrungs- und Organkompetenz – gehen muss und dass „Spitzenmedizin“ nicht mit Fallzahlen erzeugt oder mit behördlichen Manipulationen kantonal erfunden werden kann. Zusammenfassung Erhobene Fallzahlen können nicht automatisch Anspruch auf Verwendung zur Qualitätssicherung haben. Rohe Fallzahlen dürfen nicht zur Begründung von Spitallisten herangezogen werden, weder mit dem Hinweis auf hohe, noch auf tiefe Zahlen. Es geht um die Unterscheidung der Bedeutung von Fallzahlen in der Wissenschaft gegenüber dem Gebrauch von Fallzahlen in der Politik.





Gestützt auf die Statuten der SGMKG wurde an der Mitgliederversammlung SGMKG vom 27.10.2012 ein Schweizerischer Belegarztverband für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie SBV-MKG gegründet.

Als Mitglieder können ordentliche SGMKG-Mitglieder aufgenommen werden, die als Belegarzt oder als honorarberechtigte Spitalärzte tätig sind. Aufnahme oder Austritt der Mitglieder erfolgt durch den Vorstand SBV-MKG auf Grund eines schriftlichen Gesuchs. Zweck und Aufgabe des SBV-MKG

SBV-MKG

Der SBV-MKG bezweckt eine Interessenvertretung der Belegärzte und honorarberechtigten Spitalärzte der Schweizerischen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie SGMKG in der ganzen Schweiz.

 

Zweck und Aufgabe des SBV-MKG

Der SBV-MKG bezweckt  eine Interessenvertretung der Belegärzte und honorarberechtigten Spitalärzte der Schweizerischen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie SGMKG in der ganzen Schweiz.

2 Er koordiniert seine Tätigkeit mit:

  • der SGMKG

  • den kantonalen MKG-Vereinigungen

  • den kantonalen Belegarztvereinigungen

  • der Schweizerischen Belegarztvereinigung SBV

  • den kantonalen Ärztegesellschaften

  • den Ärztekollegien der Spitäler

  • u.a.

3 Der SBV-MKGkann insbesondere folgende Aufgaben wahrnehmen:

  • Schaffen angemessener Rahmenbedingungen für die optimale Ausübung der MKG-Tätigkeit in der freien Praxis und im Spital

  • Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder in Tariffragen

  • Vertretung ihrer Mitglieder gegen aussen und insbesondere gegenüber:

– Krankenversicherern
– Spitälern
– Kantonalen Behörden
– Ärztekollegien von Spitälern
– anderen ärztlichen Fachgesellschaften
– FMH und SSO
– weiteren Organisationen im Gesundheitswesen

  • Information ihrer Mitglieder über aktuelle und grundsätzliche berufs- und gesund-heitspolitische Fragen

  • Sensibilisierung der Politik, der Medien und der Öffentlichkeit hierfür

Adressaten der SBV-MKG-Dienstleistungen

1 Der SBV-MKGkann in erster Linie von den SBV-MKG-Mitgliedern für die in Art. 2 genannten Dienstleistungen beansprucht werden. Er kann im Mandat belegärztliche Interessen vertreten an Verhandlungen mit:

  • Tarifpartnern

  • Spitälern

  • Versicherern

  • Vertretern im Gesundheitswesen

2 Der SBV-MKG kann auch von anderen interessierten Akteuren im Gesundheitswesen angerufen werden, so etwa von:

  • anderen fachärztlichen Gesellschaften sowie FMH, SSO, SBV, FMCH u.ä.

  • Versicherern, Patientenorganisationen, Gerichten, Sozialinstitutionen

  • Vertrauensärzten und Vertrauenszahnärzten

  • für Gutachten

  • für vertrauensärztliche Dienste

3 Die Anfragen müssen belegärztliche Aspekte aus dem Fachbereich der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie betreffen. Der SBV-MKG-Vorstand entscheidet selbständig, ob dies im Einzelfall zutrifft.

4 Für Nichtmitglieder SBV-MKG, Organisationen und dergleichen besteht kein Anspruch auf Auskunft.

5 Für ihre Dienstleistungen kann der SBV-MKG Kosten erheben, ausser gegenüber SBV-MKG-Mitgliedern.

Organe:

Organe des Verbands sind:

  • Die Mitgliederversammlung

  • Der Vorstand

SGMKG-Mitglieder, die sich für ein Mitmachen im SBV-MKG interessieren, können sich beim Präsidenten anmelden (Beat Hammer beat.hammer@hirslanden.ch).

Stand: 09. Dezember 2012